IInterview
mit unserem CEO
Tony Blignaut - CEO Monkeyland
Interview: Alan Aspinal bei Monkeyland
Alan
“ Heute interviewen wir Tony
Blignaut, der CEO vom Monkeyland Primatenschutzgebiet
hier in Plettenberg Bay. Hallo Tony,
welch ein wundervolles Gebiet Sie
hier haben, was hat Sie dazu motiviert,
ein Schutzgebiet wie dieses hier zu
errichten?“
Tony:
„Danke Alan - ja, das stimmt.
Die Motivation kam aus der Sorge um
das Wohlbefinden der Primaten. Ich
war und bin es immer noch, überzeugt
davon, dass nicht genug getan wird,
um Primaten zu schützen.“
Alan:
„Tony, wenn Sie von dem Schutz
der Primaten sprechen, was meinen
Sie damit genau?“
Tony:
„ Also, lassen Sie uns in einer
größeren Dimension denken.
Die Lebensräume für Primaten
schrumpfen weltweit auf ein alarmierendes
Minimum.
Die Abholzung und schwächenden
Nutzungen der Waldvorkommen tragen
weiterhin zum Verschwinden der Tierwelt
bei. Primaten sind einer doppelten
Gefahr ausgesetzt, da sie menschenähnlich
sind, sodass sie mehr als irgendeine
andere Art für Experimente benutzt
werden. Zweitens werden sie für
den Tierhandel gefangen und in vielen
Ländern auf Grund ihres Felles
und Fleisches gejagt.“
Alan:
„Monkeyland ist ein Primatenschutzgebiet
mit verschiedenen Primatenarten, alle
frei in diesem Wald. Ich kann sehen,
da es ein besonderer Ort ist und dass
man sich gut um den Schutz der Primaten
kümmert. Aber wie kommt es dem
Szenario, welches Sie gerade beschrieben
haben, zu nutzen?“
Tony:
„Das Schutzgebiet ist Teil eines
größeren Prozesses. Ersteinaml
ist das Schutzgebiet Genpool, wenn
ich es so nennen darf. Wir haben 14
verschiedene Arten hier in Monkeyland,
welche auf vier Kontinenten zu finden
sind. Ich hoffe, dass die Nachkommen
dieser Primaten eines Tages den Wald
ihrer Herkunftsländer bevölkern
werden.
Das ist jedoch nur möglich,
wenn sich unsere Primaten frei bewegen
können und halb-wild sind.
Der zweite Faktor ist, dass wir nicht
nur Aktivitäten verringern, um
die Vielfalt der halb-wilden Arten
aufrecht zu erhalten, sondern wir
sind auch sehr aktiv bei der Veränderung
der Gesetzgebung, die sich um die
Ausbeutung von Primaten dreht –
sei es Tierhandel oder Forschung.
Drittens gehen wir gegen jede Form
von schädigender Nutzung von
Zufluchtsorten vor, besonders in Wäldern.“
Alan:
„ Afrikanische Primaten. Es
scheint so, als gebe es reichlich
Paviane und Grüne Meerkatzen
in dieser Umgebung. Gewiss sind sie
nicht bedroht oder gefährdet.
Betrifft dieses Problem dann nicht
nur die anderen Kontinente?“
Tony:
„Die menschlichen Primaten mal
ausgelassen, wird Südafrika als
ein sehr sicheres und auf Naturschutz
bezogenes Land betrachtet. Sie liegen
richtig mit der Annahme, dass weder
die Grünen Meerkatzen, noch die
Paviane gefährdet sind. Leider
sieht die Situation in den restlichen
Ländern Afrikas nicht gut aus.
Die Buschfleisch-Krise in Zentralafrika
wird zu der Ausrottung aller bekannten
wilden Primaten innerhalb der nächsten
zwölf Jahre führen, wenn
sie mit der momentanen Wucht voran
schreitet.
Das betrifft ebenso Gorillas, Chimpansen,
Bonobos - all diese charismatischen
Primaten werden in zwölf Jahren
völlig ausgelöscht sein.
Auf Grund dessen ist es so wichtig,
halb-wilde Primatenpopulationen beizubehalten,
sodass sie eines Tages in diese Gebiete
ausgesetzt werden können. Natürlich
betrifft diese Problem auch Afrika,
nicht nur die anderen Kontinente.“
Alan:
„Chimpansen, Gorillas und Bonobos.
Gibt es Schutzgebiete, die Populationen
dieser Primatenarten für eine
Widerfreilassung besitzen?“
Tony:
„Ja und nein, es gibt Schutzgebiete
mit solchen Primaten, jedoch werden
sie nicht immer als wilde, oder halb-wilde
Tiere gehalten. Ein weiterer Faktor,
der nicht ignoriert werden darf, ist,
das sich viele dieser Schutzgebiete
in Ländern befinden, wo ihre
Zukunft nicht gesichert werden kann.“
Es ist nicht unüblich, dass man
Nachrichten über die Ermordung
von Gorillas oder ihren Pflegern in
afrikanischen Schutzgebieten hört.“
Alan:
„Denken Sie über ein Schutzgebiet
für Menschenaffen in Südafrika
nach?“
Tony:
„Ja, wir sind mit der Vorbereitung
eines Chimpansenschutzgebietes beschäftigt.
Außerdem haben wir die Möglichkeit,
auch etwas für andere Menschenaffen
zu tun.“
Alan:
„Es herrscht eine große
Aufregung und Erwartung auf die Eröffnung
Ihres Vogelschutzgebietes, neben Monkeyland.
Gehören Vögel neuerdings
zu Ihrer Besorgnis und wird das Vogelschutzgebiet
auch als Genpool für bedrohte
Vogelarten dienen?“
Tony:
„Ich mag Vögel, bitte verstehen
Sie mich nicht falsch, aber das ist
nicht die Idee, die hinter diesem
Projekt steht. Es wurde errichtet,
um die Freilassung der Miniaturaffen,
die in Obhut der „Touch a Monkey`s
Heart Foundation“ sind, zu ermöglichen.
Diese werden zurzeit in Käfigen
gehalten, da es keinen sicheren Lebensraum
gibt, in dem wir sie freilassen können.
Sie würden Wildkatzen und Greifvögeln
zum Opfer fallen.
Das Vogelschutzgebiet wird keine
Greifvögel beherbergen und die
zwei Kubikhektar Waldmenge werden
ideal für die Miniaturaffen und
Vögel sein.
In Bezug auf die Vögel als Genpool,
ist es möglich, jedoch war das
kein Grund für die Entstehung
des Vogelparks. Die größte
Motivation für ein Vogelschutzgebiet
war es, einen besseren Ort für
Käfigtiere zu schaffen.
Ich glaube, dass den Leuten diese
Vorstellung gefällt. Wir wurden
bereits mit Anfragen für die
Aufnahme von Familienvögeln in
das Schutzgebiet, überschwemmt.
Tatsächlich haben Familien in
einigen Fällen ihre Vögel
schon zum Schutzgebiet gebracht, wo
sie erstmal den Prozess einer sanften
Rehabilitation durchlaufen.
Dieser wird sie bestens auf die Freilassung
vorbereiten, wenn das Schutzgebiet
im Dezember 2005 eröffnet wird.